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Lutherweg in Magdeburg

Auf dem Lutherweg lassen sich Orte der Reformation erleben. Als Gemeinschaftsprojekt von Kirchen, Tourismusverbänden, Kommunen und weiteren Trägern führt der Lutherweg durch Sachsen-Anhalt und vier weitere Bundesländer. Den Anfang bildete 2008 eine über 400 Kilometer lange Pilgerroute, die die Lutherstädte Eisleben und Wittenberg auf einer Nord- und einer Südroute verbindet. Seit Februar 2017 wurde der Lutherweg um bedeutende Stätten in Magdeburg erweitert, war die heutige Landeshauptstadt doch die erste Großstadt, die sich damals zum Protestantismus bekannte. Aber auch besondere Abschnitte im Leben des Reformators lassen sich hier finden.

Lutherwegschild

1497/98 ging Martin Luther in Magdeburg zur Schule der „Brüder vom gemeinsamen Leben“, einer Bruderschaft, die ein Leben ähnlich dem von Mönchen führen – allerdings kein Gelübde ablegen müssen. Wir starten die Tour auf dem Lutherweg in Magdeburgs Altstadt am Stadttor Magdeburg. Auf seinem Weg zur Schule ging der damals 14 Jahre alte Martin vermutlich hier entlang.

Stadttor(Bild: Wikimedia Commons/Olaf Meister, CC BY-SA 3.0)

Unweit vom Stadttor steht der Magdeburger Dom, oder auch Dom St. Mauritius und Katharina. Er ist die am frühsten fertiggestellte gothische Kathedrale auf deutschem Boden. Ab 1207 als Kathedrale des Erzbistums Magdeburg gebaut, wurde er im Jahr 1363 geweiht. 1524 war der Dom Schauplatz von tätlichen Angriffen radikaler Protestanten auf Mitglieder des Domkapitels. Im Dom selbst lässt sich heute noch der Tetzelkasten bewundern. Im Auftrag Kardinal Albrechts verkündete der Dominikanermönch Johannes Tetzel im Jahr 1517 den Peterablass zum Bau der Papstkirche in Rom. Dieser gewaltige Auswuchs des Geschäfts mit dem Seelenheil forderte Luther zu seiner grundlegenden Kritik an der römisch-katholischen Kirche heraus.

Dom St. Mauritius und St. Katharina

Vom Dom aus geht es weiter Richtung Norden zum Ulrichplatz. Seit dem Jahr 1956 zeugt hier nur noch eine Grünfläche von der Ulrichskirche. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde sie auf Anweisung der SED-Führung gesprengt. Ein kleines Modell am ursprünglichen Standort zeigt heute, wie die Kirche einmal aussah.

Die Ulrichskirche war die Pfarrkirche von Nikolaus von Amsdorf, der als Vertrauter Luthers und als erster Superintendent Magdeburgs das Kirchenwesen neu ordnete.

Denkmal Ulrichskirche

Wir bewegen uns weiter auf der Ernst-Reuter-Allee Richtung Osten und erblicken schon die Johanniskirche in der Jakobstraße. Auch die Johanniskirche musste im Laufe der Jahre so einiges ertragen. Sie wurde bei verschiedenen Stadtbränden und auch der Heimsuchung Magdeburgs durch General Tilly 1631 wieder und wieder zerstört, jedoch auch jedes Mal wieder aufgebaut. 

Am 26. Juni 1524, zwei Tage nach seiner Predigt in der Wallonerkirche, predigte Martin Luther erneut von der „wahren und falschen Gerechtigkeit“ in der Johanniskirche. Mit dieser Predigt überzeugte er den Rat der Stadt, die katholische Messe abzuschaffen und geschlossen zum Protestantismus überzutreten. Zu seinen Ehren steht nördlich der Johanniskirche ein lebensgroßes Luther-Denkmal, welches 1886 vom deutschen Bildhauer Emil Hundrieser errichtet wurde. 

St. JohanniskircheLutherdenkmal

(Bild: Martin Bader)

Weiter Richtung Norden, vorbei an der Magdalenenkapelle und der Magdeburger Petrikirche liegt unsere letzte Station auf dem Lutherweg in Magdeburg – die Wallonerkirche.

Ihren heutigen Namen trägt sie, weil 1690 auf Befehl des Kurfürsten Wilhelm Friedrich wallonische, protestantische Glaubensflüchtlinge hier Unterschlupf fanden. Das frühere Augustinerkloster war aufgrund von Nichtnutzung und Geldmangel baufällig geworden und hatte den kirchlichen Betrieb eingestellt.

Die aufkommende Reformation fand im Jahre 1524 viele Anhänger in der Bürgerschaft, was aufgrund der Altgläubigen Tumulte auslöste. Auf persönlichen Wunsch des Bürgermeisters Nicolaus Sturm kam der Reformator nach Magdeburg und predigte der Überlieferung nach am 24. Juni 1524 in der heutigen Wallonerkirche um die Situation zu deeskalieren. Ebenjene Predigt hielt Luther zwei Tage später noch einmal vor überfülltem Haus in der Johanniskirche.

Wallonerkirche

PilgerpassPilgerpässe haben eine lange Tradition. Als Nachweis der ordnungsgemäßen Pilgerschaft werden Name, Ziel und Fortbewegungsart aufgeführt sowie um Hilfe und Unterstützung des Pilgeranliegens gebeten. Ob nun als religiöser Pilger oder interessierter Wanderer – eine schöne Erinnerung an die Reise ist ein Pilgerpass allemal. Genau darum gibt es einen solchen auch für den Lutherweg. An verschiedenen Wirkungsstätten Martin Luthers können Stempel gesammelt werden, die die Etappen auf den Spuren des Reformators belegen.
Der Pass ist für 3 Euro zzgl. Versandkosten bei der Geschäftsstelle des Lutherwegs erhältlich:
 
Geschäftsstelle:
Collegienstraße 62
06886 Lutherstadt Wittenberg
Sekretariat: Susan Bach
Tel: 03491 / 46 61 10

Weitere Informationen zum Lutherweg unter:
https://www.lutherweg.de/wegverlauf/sachsen-anhalt/

Tourentipps und Routenplaner für den Lutherweg:
www.naturfreude-erleben.de