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Mansfeld - Schloss und Schlosskirche

Im 16. Jahrhundert gehörten die Grafen von Mansfeld zu den einflussreichsten Adelsgeschlechtern im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Da die Mansfelder reichsunmittelbare Grafen waren und somit direkt dem Kaiser unterstanden, genossen sie besondere Privilegien. So sicherten sie sich urkundlich gegenüber den sächsischen Herzögen die Bergregalrechte und übten diese seit dem 14. Jahrhundert in der Grafschaft Mansfeld aus. Mit der Erbteilung von 1501 entstanden drei Familienlinien: Während die Grafen von Mansfeld-Vorderort dem alten Glauben anhingen, gehörten die Mitglieder der Linien Mittelort und Hinterort zu Anhängern der Reformation. Luther war mehrfach Gast auf Schloss Mansfeld, zuletzt im Oktober und Dezember 1545.

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Die Grafschaft Mansfeld etablierte sich durch den enormen Aufschwung im Kupferschieferbergbau zu einem der wichtigsten Wirtschaftsräume im 15.und 16. Jahrhundert. Die Mansfelder Grafen erlangten eine immense wirtschaftliche Kraft und überregionale politische Bedeutung.

Nach der Erbteilung von 1501 waren die drei Grafenlinien bestrebt, repräsentative Schlossbauten im Renaissancestil zu errichten. Ein verheerender Brand im Jahre 1509 gab dazu Anlass, einen Schlossneubau zu errichten. Die Bauarbeiten begannen 1511. Der katholische Graf Hoyer VI. von Mansfeld erbaute den neuen Vorderort, der 1518 vollendet wurde. Seine Cousins, die evangelischen Grafen Gebhard VII. und Albrecht IV. errichteten zwei weitere prächtige Renaissanceschlösser, den Mittelort und den Hinterort. Die gemeinsam genutzte Kirche wurde mit Empore, Taufstein und dem prunkvollen Metalllettner wieder aufgebaut. Jede Grafenlinie betrat nun die Kirche durch einen eigenen Eingang. Als es zu einem Streit um die Einführung des evangelischen Gottesdienstes in der Schlosskirche zwischen den Grafen Hoyer und Albrecht kam, riet Luther Graf Albrecht „[…] zwar vom Wort Gottes keine Haarbreit zu weichen, aber die Stiftskirche preiszugeben und sich einen anderen Raum im Schloss für den Gottesdienst zu suchen.“

Auch der Bau der Festungsanlagen wurde durch Graf Albrecht begonnen und Schloss Mansfeld so zwischen 1517 und 1549 zu einer der bedeutendsten Festungen im deutschsprachigen Raum ausgebaut. Damit festigten und erweiterten die Mansfelder Grafen ihr Territorium gegenüber ihren Lehnsherren, den sächsischen Herzögen. Gleichzeitig unterstrichen sie damit auch symbolisch ihre Reichsunmittelbarkeit. Sie konnten ihr Land auf den Reichstagen vertreten und waren im Fürstenrat stimmberechtigt.

Durch die wirtschaftlichen Beziehungen seines Vaters zum Mansfelder Grafenhaus war Martin Luther seit seiner frühesten Kindheit mit der Herrschaft konfrontiert. Zu Graf Albrecht, der die Reformation in der Grafschaft einführte, pflegte er enge Kontakte und blieb seinen Mansfelder Landesherren bis zum Tode verbunden. Dennoch verschonte Luther die Grafen nicht mit Kritik an ihren ständigen familiären Streitigkeiten, an ihrer fürstlichen Hofhaltung, vor allem aber am Umgang mit den Hüttenmeistern. Denn nach Inkrafttreten der Feuerteilung von 1536 waren die Schmelzfeuer in landesherrschaftliche Regie überführt und den Hüttenmeistern damit ihre ökonomische Basis entzogen worden. Das betraf unmittelbar Luthers Familie: seinen Bruder Jacob, seine Schwager, seine Neffen und nicht zuletzt seinen engsten Freund, den Hüttenmeister Hans Reinicke aus Mansfeld. Luther setzte sich vehement für seine Familie und die befreundeten Hüttenmeisterfamilien ein. Seine Beschwerden führten beinahe zum Zerwürfnis mit Graf Albrecht. In einem Brief aus dem Jahr 1542 an die Mansfelder Grafen prophezeite Luther deren wirtschaftlichen Niedergang: „[…] ach wie eine reiche gesegents herschafft hatt vns vnser vorfarn, graff Albrecht, verderbet!“. Weiter heißt es: „[…] den(n) wo das Berckwerck fellet, so ligt die graffschafft vnd lachen alle feinde […]“.

Martin Luther diente Graf Albrecht als Gutachter in theologischen und gesellschaftlichen Fragen. Er war mehrfach Gast auf Schloss Mansfeld, zuletzt vom 3. bis 11. Oktober und vom 24. bis 26. Dezember 1545.

Heute ist Schloss Mansfeld Eigentum des „Förderverein Schloss Mansfeld e.V.“. Es wird vom Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) als „Christliche Jugendbildungs- und Begegnungsstätte“ sowie als Tagungszentrum genutzt.

Literatur

Armin Kohnle: Der Reformationsgraf Albrecht von Mansfeld (1480–1560), in: Armin Kohnle / Siegfried Bräuer (Hrsg.): Von Grafen und Predigern. Zur Reformationsgeschichte des Mansfelder Landes. Leipzig 2014, S. 69–93.

Siegfried Bräuer: Mansfeld-Grafschaft, Schloss, Stadt, in: Harald Meller (Hrsg.): Fundsache Luther Archäologen auf den Spuren des Reformators. Halle (Saale) 2008, S. 54–65.

Kerstin Bullerjahn: Zwei Familiendynastien des Mansfelder Kupferschieferbergbaues in Abhängigkeit zum Grafenhaus im 16. Jahrhundert, in: Harald Meller (Hrsg.): Mansfeld – Luther(s)stadt interdisziplinäre Forschungen zur Heimat Martin Luthers. Halle (Saale) 2015, S. 9–37.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Die Außenbereiche des Schlosses Mansfeld können ganzjährig besichtigt werden.

Kontakt

Christliche Jugendbildungs- und Begegnungsstätte
Schloss Mansfeld
Schloss Mansfeld 1
06343 Mansfeld-Lutherstadt
Tel: 034782 / 20 20 1
E-Mail: inTJsfokbDml@sqgfumchwuloSc3ssEe7W-mERanBvsf9elvNd.liimde4qY
Internet: www.schloss-mansfeld.de