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Lutherstadt Eisleben - Markt 56

Am 28. Januar 1546 traf Luther, begleitet von seinen drei Söhnen und seinem Diener, in Eisleben ein. Hinter ihm lag eine beschwerliche Reise, die er trotz seines schlechten Gesundheitszustandes und trotz der winterlichen Witterungsverhältnisse unternommen hatte, um Streitigkeiten der Mansfelder Grafen zu schlichten. Kurz vor seiner Ankunft hatte er bei Unterrißdorf einen Schwächeanfall erlitten. Hier, wo heute das Hotel „Graf zu Mansfeld“ seine Gäste empfängt, stand das Haus, in dem Martin Luther während seines letzten Aufenthaltes in Eisleben wohnte und in dem er am 18. Februar 1546 starb.

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Aus alter Verbundenheit zu seiner Heimat hatte Martin Luther eingewilligt, im Februar 1546 nach Eisleben zu kommen, um sich an der Schlichtung von Streitigkeiten der Mansfelder Grafen zu beteiligen. In dem Streit ging es auch um Eingriffe der Grafen in den Kupferbergbau, ein Wirtschaftszweig also, in dem Luthers Verwandtschaft tätig war. Trotz aller Beschwerlichkeiten, die die zähen Verhandlungen mit sich brachten, blieb Luther zuversichtlich. Er sparte jedoch nicht mit spöttischen Bemerkungen über den „verdrewsliche[n] handel“. Luther nutzte die Gelegenheit, um mehrmals von der Kanzel der St. Andreaskirche zu predigen.

Als in den gräflichen Auseinandersetzungen endlich eine Einigung greifbar wurde, schrieb Luther seiner Frau und seinen Kollegen, er werde bald seine Rückreise nach Wittenberg antreten. Dazu sollte es allerdings nicht kommen. Schon am Vormittag des 17. Februar hatte sich Luther sehr schwach und krank gefühlt und den ganzen Tag in seiner Kammer verbracht. Er litt unter Atemnot und spürte quälende Schmerzen in der Brust. Die Beschwerden verstärkten sich am späten Abend. Die Hausgenossen rieben Luther mit warmen Tüchern ab und versuchten ihm dadurch Linderung zu verschaffen. Luther schlief zunächst auch ein. Um ein Uhr in der Nacht erwachte er mit Schüttelfrost. Erneut wurde er mit warmen Tüchern abgerieben. Doch es half nichts. Schließlich schickte man nach Ärzten und auch Graf Albrecht von Mansfeld und seine Frau wurden herbeigerufen. Die Gräfin verstand sich auf die Anwendung damals gängiger Heilmethoden und behandelte Luther mit Aquavit. Luther indes spürte den nahen Tod. „Lieber Gott, mir ist sehr weh und angst – ich fahr dahin!“ Luther begann zu beten und wiederholte drei Mal: „In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöst, du treuer Gott.“ Von seinem langjährigen Mitstreiter Justus Jonas aufgefordert, bekannte sich Luther mit einem letzten deutlichen „Ja“ zu Jesus Christus. Danach war er nicht mehr ansprechbar. Um 2.45 Uhr am 18. Februar 1546 verstarb Luther.

Auf einem eilends errichteten Lager wurde Luthers Leichnam aufgebart. Fürsten, Grafen und Bürger nahmen Abschied von ihm. Am folgenden Tag legte man Luther in einen Zinnsarg. Von dem aus Halle angereisten Maler Lukas Furtenagel wurde eine Zeichnung des verstorbenen Luther angefertigt, die später als Vorlage für Totengemälde aus der Cranach-Werkstatt diente.

Luthers Sterbehaus wurde sehr früh zu einem Ort der Luthererinnerung, denn schon kurz nach dem Tod des Reformators konnten interessierte Besucher sein Sterbezimmer mit seinem Sterbebett und seinem Trinkbecher besichtigen. Allerdings entwickelte sich ein vom Volksaberglauben angefachter Kult um Luthers letzte Dinge, der Theologen 1707 dazu veranlasste, diese Stücke zu verbrennen. Als das Gebäude später umgebaut wurde, geriet der eigentliche Sterbeort Luthers in Vergessenheit. Eine Verwechslung im 18. Jahrhundert führte schließlich dazu, das Haus am Andreaskirchplatz 7 für Luthers Sterbehaus zu halten.

Von Luthers tatsächlichem Sterbehaus hat sich als authentisches Relikt lediglich ein hölzernes Hauszeichen erhalten, das auf einem Schild die Buchstaben T und R sowie die Jahreszahl 1506 trägt. Hinter den Buchstaben verbirgt sich der Erbauer des Hauses Tile Rink – ein reicher Hüttenmeister aus Eisleben. Die Zahl benennt das Jahr, in dem das Haus fertig gestellt wurde.

Literatur


Christof Schubart: Die Berichte über Luthers Tod und Begräbnis. Texte und Untersuchungen. Weimar 1917.

Andreas Stahl: Cyriakus Spangenberg als Chronist. Zur Authentizität des Sterbehauses von Martin Luther, in: Stefan Rhein / Günther Wartenberg (Hrsg.): Reformatoren im Mansfelder Land. Erasmus Sarcerius und Cyriakus Spangenberg [Schriften der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Bd. 4]. Leipzig 2006, S. 191–216.

Harald Meller (Hrsg.): Fundsache Luther. Archäologen auf den Spuren des Reformators. Stuttgart 2008.

Kontakt

Hotel „Graf von Mansfeld“
Markt 56
06295 Lutherstadt Eisleben
Tel.. 03475 / 66300
E-Mail: info32f5w@hotproel-eRg0fEisleSben.Lj4dewJg
Internet: www.hotel-eisleben.de