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Kropstädt – Evangelische  Kirche

Im 16. Jahrhundert hieß Kropstädt noch Ließnitz. Der Ort lag, genau wie Radis, Rahnsdorf oder Zahna, im Kurkreis Wittenberg. Dort gab es insgesamt 34 Pfarreien mit etwa 100 angeschlossenen Filialdörfern. Um den Stand der Reformation in den ländlichen Gebieten des Kurfürstentums Sachsen zu überprüfen und die Ausbildung eines evangelischen Kirchenwesens zu fördern, erließ Kurfürst Johann der Beständige im Juni 1527 eine Visitationsinstruktion. Zusammen mit der von Philipp Melanchthon verfassten Schrift „Unterricht der Visitatoren“ bildete sie die Grundlage für die dann im Herbst 1528 durchgeführte erste Kirchenvisitation. Sie ging maßgeblich auf Martin Luther zurück, der selbst auch Mitglied der Visitationskommission war. 

Durch die während der Kirchenvisitation angefertigten Protokolle sind wir gut über den Zustand der Kropstädter Kirche im Jahr 1528 informiert. Ähnlich wie sich dies unter anderem für die Kirche in Leetza berichten lässt, konnte man mit dem damaligen Pfarrer in Kropstädt nicht zufrieden sein. Im Protokoll heißt es dazu: „Der itzige Pfarrer der Conrad ist ein alt man, von wegen seines alters und anderen bedenklichen ursachen der seelsorge benommen…“ Trotz dieser Unzulänglichkeiten, sollte er ein Leben lang, „in besitzung der guter und behausung, auch bei allem einkomen gelassen werden und soll ein coadiutor, dem die selsorg genzlich uferlegt, verordnet und vom einkomen der pfarr underhalden und belonet werden.“ Koadjutor nannte man den Gehilfen, der den Pfarrer vertreten konnten. Die Versorgung des Koadjutors wurde ebenfalls durch die Visitationskommission geregelt, denn der Lehnsherr Thylo von Thünen erklärte sich bereit, „dem nau vorordneten die kost an seinem tisch zu geben.“

Das Kropstädter Gotteshaus wurde um 1200 als Feldsteinkirche erbaut. An den Saal schließt sich ein eingezogener Chorraum an. Die halbrunde Apsis zeigt noch heute die für die Romanik typischen Rundbogenfenster. Die Kirche wurde mehrfach, zuletzt in der Mitte des 19. Jahrhunderts, umgebaut. Sie wird heute im Inneren wie am Äußeren von einer klassizistischen Formensprache geprägt. Die großen rechteckigen Fenster stammen ebenso wie die Hufeisenempore, das Gestühl und die Orgel aus der Zeit um 1830. Einen Besuch lohnt auch das von einem weitläufigen Gutspark umgebene Kropstädter Schloss, das 1855/56 im Stil der englischen Tudor-Gotik erbaut wurde. Kropstädt ist der Geburtsort des Kirchenlieddichters und Mitbegründers der evangelischen Erbauungsliteratur Martin Moller (1547-1606). 

Literatur

Karl Pallas: Die Registraturen der Kirchenvisitationen im ehemals sächsischen Kurkreise. Zweite Abteilung, erster Teil: Die Ephorien Wittenberg, Kemberg und Zahna [Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, Bd. 41], Halle (Saale) 1906.

 

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten:
 
Die Kirche in Kropstädt kann nach Voranmeldung beim Evangelischen Pfarramt in Zahna besichtigt werden. 
 
Kontakt:
 
Evangelisches Pfarramt Zahna
Kirchplatz 3
06895 Zahna-Elster / OT Zahna
Telefon:  034924 / 20478
E-Mail: zaklUZhnrU0h9a@QfOki7piMrcFmhew8InkgCreUAqisX8wiajz6wttXenK8D0bepIdrgZgAW.dTv5xeTKXu