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Sachsen-Anhalt

Luther was here

KNOWN AND UNKNOWN LUTHER PLACES
IN SAXONY-ANHALT

From Annaburg to Zerbst

Luther's Places

Martin Luther – Eisleben, Mansfeld and Wittenberg are inseparably intertwined with the life and work of Martin Luther. Luther was born and died in Eisleben. He spent his childhood in Mansfeld. He worked for almost 38 years as a Bible professor, preacher and Reformer in Wittenberg. But what do Naumburg, Merseburg and Zeitz; Dessau, Zerbst and Wörlitz; Stolberg (Harz), Annaburg and Prettin have to do with Luther? “Luther was here” is using the 500th anniversary of the Reformation as a reason to draw attention to all those places in Saxony-Anhalt where Martin Luther actually spent time, allegedly spent time and which are linked to the legends surrounding Luther.

This website offers you brief information, pictures and quotes sources on all of Luther’s places in Saxony-Anhalt. The maps help you to orientate. The chronology helps you to follow the journey of Luther from his birth to his death, and to put the different places into context. This creates a trail of places and stories which invite you to explore Saxony-Anhalt, the “Cradle of the Reformation”.

“Luther was here” is a project partnered by the State Office for the Preservation of Historical Monuments and Archaeology in Saxony-Anhalt and the Investment and Marketing Corporation of Saxony-Anhalt".

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Lutherstraße 26, 06343 Mansfeld-Lutherstadt

Mansfeld - Luthers Elternhaus

Im Frühjahr 1484, wenige Monate nach Martin Luthers Geburt in Eisleben, zog seine Familie nach Mansfeld. Der Vater erwarb ein ansehnliches Gut, von dem sich dieses Haus erhalten hat. Hier wuchs der junge Martin mit seinen Geschwistern auf und hier verbrachte er die ersten 13 Jahre seines Lebens, die von familiären und freundschaftlichen Beziehungen zu vielen Mansfelder Hüttenmeistern geprägt waren. Luther beschrieb sich später selbst als „Mansfeldisch Kind“, welch eine Hommage an seine Heimat! Zeitlebens sah er die Mansfelder Grafen als seine Landesherren an, denen er sich als loyales Landeskind verpflichtet fühlte.

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Umfangreiche archäologische Funde und Bauforschungen im Bereich des Elternhauses in der Lutherstrasse 24-26 ermöglichten es, den Alltag und die soziale Herkunft der Familie Luder im Spannungsfeld zwischen Grafenhaus, Bergbau und der Stadt Mansfeld völlig neu zu bewerten. Im Gegensatz zu Martin Luthers eigenen Äußerungen, die von finanziell bescheidenen Anfängen des Vaters sprechen, erscheint das Anwesen der Familie Luder in Mansfeld als stattlicher Vierseitenhof.

Der Vater, Hans Luder, war schon in der Kupferproduktion um Möhra in Thüringen tätig. Als diese unrentabel wurde und die silberhaltigen Kupferschiefervorkommen im Mansfeldischen für neue Investoren Gewinne boten, siedelte die Familie nach Mansfeld um. Hier konnte er im Frühjahr 1484 eine Schmelzhütte von den Grafen pachten. Schnell etablierte sich Luder im Kupferschieferbergbau. Schon im Jahr 1491 wurde er Mitglied des Stadtrates, ein sogenannter Vierherr. Ab 1508 übte er die Funktion eines Schauherrn in der gräflichen Verwaltung aus. Hans Luder war nun als selbstständiger Unternehmer, Hüttenmeister und einer der fünf höchsten Bergbeamten der Grafschaft tätig. Damit gehörte er zur bürgerlichen Oberschicht der Stadt Mansfeld.

Die Familie verfügte außerdem über erheblichen Grund- und Landbesitz, der nicht nur landwirtschaftlich genutzt wurde, sondern auch für den Berg- und Hüttenbetrieb als Lager- und Umschlagplatz für Rohstoffe diente. Ein weiteres wirtschaftliches Fundament bildete das Geldleihgeschäft. Bei einem Zinssatz von 5 bis 15 % konnten erhebliche Zinseinkünfte mit den Stolberger Grafen, anderen Hüttenmeistern und einigen Harzstädten erzielt werden.

Dieser gehobene soziale Stand der Familie spiegelt sich im Haushalt wieder. So gehörten Luxusartikel wie farbige Fensterscheiben, bleiverglaste Butzenscheiben und Kachelöfen zur Ausstattung des Wohnhauses. In der Küche wurden nur beste Zutaten verarbeitet, wie Spanferkel, Geflügel, Rind und sogar Wild. Aber auch teure Süßwasserfische standen auf dem Speiseplan. Als Delikatesse reichte man Singvögel. Der Tisch wurde mit teuren böhmischen Trinkgläsern, glasierten Keramikgeschirr und hochwertigen Tafelbesteck gedeckt.

Es war keine Seltenheit, dass Hochzeiten nach Unternehmensstrukturen arrangiert wurden. Familienzusammenschlüsse sollten die Bergwerks- und Hüttenbetriebe erweitern. Die Schwestern Martin Luthers, Dorothea, Margarethe und Maria Luder, wurden mit den Mansfelder Hüttenmeister Paul Mackenrodt, Heinz Kaufmann und Klaus Polner verheiratet. Zur Hochzeit stattete Hans Luder seine Töchter mit kostbaren Gewändern aus.

Das 2014 eröffnete und um einen Ausstellungsneubau erweiterte Museum „Luthers Elternhaus“ gibt Einblicke in die Kindheit und Jugend des späteren Reformators Martin Luther.

Literatur

Michael Fessner: Die Familie Luder und das Berg- und Hüttenwesen, in: Harald Meller, Stefan Rhein, Hans-Georg Stephan (Hrsg.): Luthers Lebenswelten. Tagungen des Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, Bd1. Halle(Saale) 2008, S. 235-243.

Kerstin Bullerjahn: „Mein Vater ist […] ein armer Hewr gewesen“- Luxus in Luthers Elternhaus in Mansfeld, in: Harald Meller und Alfred Reichenberger (Hrsg.): Geldgeschichten aus Sachsen-Anhalt. Halle (Saale) 2015, S. 86.

Hanns Freydank: Martin Luther und der Bergbau. Eisleben-Lutherstadt 1939, S. 40-45.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten:

April bis Oktober
Montag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr

November bis März
Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr

Kontakt:

Luthers Elternhaus
Lutherstraße 26
06343 Mansfeld-Lutherstadt
Tel.: 034782 / 919 38 10
E-Mail: elternhaus@martinluther.de
Internet: www.martinluther.de

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Contact information

IMG - Investitions- und Marketinggesellschaft
Sachsen-Anhalt mbH
Am Alten Theater 6
39104 Magdeburg

Phone: +49 391/568 99 80
tourismus@img-sachsen-anhalt.de
www.sachsen-anhalt-tourismus.de

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