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Philipp Melanchthon (1497-1560)

Universalgelehrter und Luthers engster Vertrauter

„Luther erlebte ich das erste Mal 1518 bei einer Disputation an der Universität Heidelberg. Seine 95 Thesen und seine reformatorischen Gedanken weckten bei mir sofort Interesse. Noch im selben Jahr ging ich als junger Professor für Griechisch an die Wittenberger Universität. Zwischen Martin und mir entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Stundenlang konnten wir zusammensitzen und diskutieren. Luther unterrichtete mich in der reformatorischen Theologie. Ich hingegen vermittelte ihm die griechische Sprache. Schließlich konnte ich Luther davon überzeugen, die Bibel in ein für das Volk verständliches Deutsch zu übersetzen. Als er mit seiner Übersetzung von der Wartburg zurück nach Wittenberg kam, feilten wir zusammen viele Stunden an den richtigen Formulierungen.

Übrigens war es Luther, der die Ehe zwischen mir und meiner Frau Katharina einfädelte, der Tochter des Wittenberger Bürgermeisters. Von der Idee zu heiraten, war ich anfangs nicht sonderlich begeistert. Denn wer eine Familie hat, kann sich weniger ums Studieren kümmern. Luther konnte beides sehr gut – Studieren und Feiern. An eine Situation erinnere ich mich noch genau. Ich arbeitete am Schreibpult, als Luther hereinkam, mir die Feder aus der Hand nahm und sagte: ‚Man kann Gott nicht allein mit Arbeit, sondern auch mit Feiern und Ruhen dienen’. Aber auch Martin war ein harter Arbeiter. Wenn er einen Gedanken verfolgte oder an etwas schrieb, nahm er fast nichts zu sich außer etwas Brot mit Salz und ein wenig Bier. Anstrengungen machen gesund und stark, sagte er dann.“