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Katharina von Bora (1499-1552)

Ehefrau von Martin Luther

„Als ich Martin persönlich kennen lernte, war er bereits ein berühmter Mann. Er hatte seine Thesen angeschlagen und die Schutzhaft auf der Wartburg hinter sich, während der er die Bibel ins Deutsche übersetzte. Niemand hatte damals geahnt, was die Reformation für die Welt bedeuten wird. Ich habe seine kritischen Schriften noch als Nonne im Kloster Nimbschen bei Grimma gelesen - das klösterliche Leben hatte ich satt.

Ich habe Luther einen Brief geschrieben und konnte mit seiner Hilfe zusammen mit ein paar Ordensschwestern heimlich das Kloster verlassen. Martin brachte mich in Wittenberg bei Familie Cranach unter und an Heirat war noch nicht zu denken. Er wollte mich sogar verkuppeln. So bekannte ich, dass ich entweder ihn oder niemanden heiraten würde, und wurde ich endlich seine „Käthe“. Manchmal nannte er mich auch „Herr Käthe“, wenn er meinte, meine Durchsetzungskraft kommentieren zu müssen. Eine deutliche Sprache hatte Martin eben nicht nur als Prediger.

Unvergesslich sind mir die Zeilen aus einem Brief, den er mir 1540 aus Weimar schickte: ‚Ich fresse wie ein Böhme ... und saufe wie ein Deutscher‘ - und ich wusste, dass es ihm gut geht. Unser Haushalt im alten Augustinerkloster glich einem kleinen Unternehmen. Wir lebten dort mit unseren sechs Kindern, Verwandten, Studenten, Gästen und Angestellten. Häufig ging es in unserem Esszimmer zu wie in einem Hörsaal. Luther hielt Reden und die Studenten schrieben mit. Zudem verwaltete ich neben dem großen Haushalt ein Bauerngut, betrieb ein Brauhaus und unterhielt eine Fischzucht an einem Elbarm.“