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Thomas Müntzer

Der Revolutionär

Thomas Müntzer kam um 1489 in Stolberg im Harz auf die Welt. Bevor er 1506 an die Leipziger Universität und später nach Frankfurt (Oder) ging, lebte er in Quedlinburg. In der Diözese Halberstadt wurde Müntzer zum Priester geweiht und war danach an der Michaeliskirche in Braunschweig tätig. Später nahm er das Präfektenamt in einem Kanonissenstift bei Aschersleben an. Dort gründete er eine Privatschule, in der Söhne begüterter Bürger unterrichtet wurden. 1520 ging er nach Zwickau und von dort nach Prag und weiter nach Jena, Erfurt, Weimar und Halle. Kurz vor Ostern 1523 wurde er an der Johanniskirche in Allstedt Pastor. Hier heiratete er Ottilie von Geusau a.d.H. Heygendorf, eine aus dem Kloster entlaufene Nonne. In dieser Zeit arbeitete Müntzer an einer Reform der Liturgie, mit dem Ziel, die deutsche Sprache bei der Messe einzuführen. Zugleich führte er den „Allstedter Bund“ an, ein bewaffneter Zusammenschluss von Bauern, Bergleuten und Handwerkern. 

Seine Anstellung in Allstedt verlor Müntzer, als er am 13. Juli 1524 vor dem späteren Kurfürst Johann dem Beständigen und dessen Sohn Johann Friedrich I. die so genannte „Fürstenpredigt“ hielt. Darin forderte er die Fürsten auf, der Reformation keinen Widerstand zu leisten, zugleich griff er soziale Missstände an. In Mühlhausen wählte man Thomas Müntzer 1525 zum Pfarrer der dortigen Marienkirche, wo er sich auf die Seite der Bauern stellte und zur Leitfigur im Bauernkrieg in Thüringen wurde. Müntzer war zunächst ein Anhänger Luthers. Allerdings richtete sich sein Widerstand nicht nur gegen die geistliche Obrigkeit, sondern auch gegen die weltliche Ordnung. Wegen Müntzers revolutionärer Bestrebungen distanzierte sich Luther zu Beginn des Bauernkrieges von ihm. 

Nach einer Schlacht bei Frankenhausen wurde er gefangen genommen und in der Festung Heldrungen auf Befehl von Graf Ernst II. von Mansfeld gefoltert. Im Turm von Heldrungen eingekerkert, schrieb er einen Brief an die Aufständischen mit der Bitte, die Kämpfe einzustellen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Thomas Müntzer wurde am 27. Mai 1525 vor der Stadt Mühlhausen enthauptet, sein Leib aufgespießt und sein Kopf auf einen Pfahl gesteckt.