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"Luther war hier" - Erweiterung der interaktiven Tourismus-Route nach Stolberg

Das  Projekt  »Luther  war  hier«  vernetzt  über  60  Orte in  Sachsen-Anhalt,  an  denen  sich  Martin Luther  tatsächlich  aufgehalten  hat,  aufgehalten  haben  soll  oder  mit  denen  sich  Luther-Legenden verbinden. Die Orte werden mit Metall-Plaketten gekennzeichnet, die einen QR-Code tragen. Über ihn  lässt  sich  eine  mobile  Internetseite  öffnen,  die  Informationen  zum  jeweiligen  Bauwerk  und Ereignis bereithält, ergänzt durch Bilder, Zitate und Quellen.

Lutherbuche»Luther war hier« ist ein Kooperationsprojekt des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt. Das umfangreiche  Material  wird  von  Dr.  Jan  Scheunemann  und  Kerstin  Bullerjahn  zusammengetragen,  ausgewertet und für die übersichtliche Präsentation aufbereitet. Den Auftakt des Projektes bildete die Anbringung  einer  Plakette  am  Schloss  Moritzburg  in Zeitz  durch  Ministerpräsident  Dr.  Reiner Haseloff am 21.10.2015. Die Tourismus-Route  wird ständig erweitert. Nun  kommen drei Ziele in Stolberg hinzu: die Kirche St. Martini, das Haus in der Rittergasse 7 und die »Lutherbuche«.


In Stolberg war Martin Luther nachweislich am 21. April 1525. Laut einer im späten 19. Jahrhundert  entdeckten  Rechnung  erhielten  er  und  seine  Begleiter  Fränkischen  Wein  und  Einbecker  Bier als  Ehrengeschenke  des  Rates.  Anlass  und  Verlauf  seiner  Reise  liegen  allerdings  aufgrund  der wenigen  überlieferten  Quellen  weitestgehend  im  Dunklen.  Fest  steht,  dass  Luther  am  16.  April 1525  von  Wittenberg  in  Richtung  Eisleben  aufbrach, um  dort  eine  evangelische  Schule  zu  gründen.  Bei  der  Fortsetzung  seiner  Reise,  die  ihn  u.a. auch  nach  Nordhausen,  Seeburg  und  Weimar führte, geriet er in den Aufstand des »gemeinen Mannes«, der sich von Thüringen her schnell auch auf  das  Harzgebiet  ausbreitete.  In  der Geschichtsschreibung  wird  in  Zusammenhang  mit  dieser Reise Luthers auch stets auf den Bauernkrieg verwiesen, dem der Reformator an vielen Orten mit Predigten  zu  begegnen  versuchte. 

Ob  Luther  tatsächl ich  auch  in  Stolberg  gepredigt  hat,  lässt  sich zwar  nicht  zweifelsfrei  beweisen,  es  erscheint  aber durchaus  plausibel.  Sollte  Luther  tatsächlich die Kanzel der Martinikirche  bestiegen  haben, so  war  sein  Versuch, dem Aufbegehren Einhalt zu gebieten, dennoch vergeblich. Wenige Tage nach seiner Abreise erhoben sich Bürger und Bauern.  Zuerst wurden Klöster geplündert, Ende April erreichte der Aufstand Stolberg. Graf Botho III. zu Stolberg  und  Wernigerode  musste  sich  den  Aufständischen  beugen  und  die  in  den  »Stolberger Artikeln« formulierten Forderungen anerkennen. Bezeichnenderweise richtete sich der Unmut der Stolberger Bürgerschaft auch  gegen die Handelsgeschäfte,  die der gräfliche Rentmeister  Wilhelm Reiffenstein  mit  den  nahen  Bergwerken  trieb.  Reiffenstein,  dessen  Haus  sich  nicht  wie  bisher  angenommen  am  Markt  4,  sondern  in  der  Rittergasse  7 befand,  war  ein  Freund  und  ferner  Verwandter  Luthers.  Mit ihm  unternahm  der  Reformator  – so  erzählt  es  die  »Stolbergische  Kirchen- und  Stadtgeschichte«  von  Johann  Arnold  Zeitfuchs  (1717)  –  auf  den  umliegenden  Hügeln  einen Spaziergang. Die »Lutherbuche« oberhalb der Stadt trägt eine Holztafel, die von dieser Geschichte berichtet.           

Weitere Informationen:
www.luther-erleben.de/luther-war-hier