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Luther auf der Spur: Warum spricht er nicht deutsch?

BibelIrgendwie passt das doch nicht zusammen. 1522 erschien der erste Teil der berühmten Bibelübersetzung meines Namensvetters, in der er „dem Volk auf Maul“ geschaut hat. Wenige Jahre zuvor, 1517, veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen und löste damit nicht nur einen Sturm der Entrüstung bei seinen kirchlichen Vorgesetzten aus, sondern gleich die Spaltung der christlichen Kirche, die später als Reformation in die Geschichte eingehen sollte.

Umso überraschender ist es daher, dass Luther seine Thesen nicht auf Deutsch, sondern auf Latein veröffentlichte. Aber wenn ich so darüber nachdenke, ist es doch eigentlich logisch: Latein war damals die Verkehrssprache in Kirchenkreisen. Und genau die wollte Luther mit seinen Thesen erreichen. Außerdem konnte ohnehin nur ein geringer Teil der damaligen Bevölkerung lesen.

Vermutlich noch im Jahr 1517 wurden die Thesen ins Deutsche übersetzt. Allerdings gibt es hierfür nur einen Hinweis in einem Brief Christoph Scheurls. Die früheste einwandfrei nachweisbare Übersetzung datiert aus dem Jahr 1545. Der breiten Masse wurden Luthers Thesen jedoch bereits 1518 durch seinen „Sermon von Ablass und Gnade“ bekannt.

1534 veröffentliche Luther dann die Gesamtausgabe seiner Bibelübersetzung. Diese war prägend für die deutsche Sprache. Er schuf Begriffe, die heute noch gebräuchlich sind. Wörter wie Lückenbüßer, Machtwort, Lockvogel, Gewissensbisse gäbe es ohne Luther nicht. Beeindruckend, oder?

 

P.S. Rosa Luther ist eine Kunstgestalt, die sich im Reformationsjahr auf den Spuren Luthers bewegt und regelmäßig „Interna“ aus der Welt Luthers berichten wird.