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Rahnsdorf – Dorfkirche

Rahnsdorf liegt gut 15 Kilometer nordöstlich von Wittenberg im Niederen Fläming. Die örtliche Kirche wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts als einschiffiger Feldsteinbau mit einem rechteckigen eingezogenen Chor erbaut. An der Südwand des Kirchenschiffes sowie an der Nord- und der Südseite des Chores sind die ursprünglichen romanischen Rundbogenfenster erhalten. Außen wird das Bauwerk von dem 1785 errichteten spätbarocken Fachwerkturm vor dem Westgiebel dominiert, der von zwei mächtigen Strebepfeilern gestützt wird. Der Innenraum der Kirche wird von der 1685 vollzogenen barocken Umgestaltung geprägt. Dazu gehören die barocke Empore, der Altar mit einem Abendmahlsgemälde des Wittenberger Malers Johann Amberger, die Holzkanzel von 1716 sowie der Taufstein von 1741.   

Anfang des 16. Jahrhunderts war dem Pfarrort Rahnsdorf die Filialkirche in Wergzahna angeschlossen. Dies geht aus den Unterlagen der ersten Kirchenvisitation im Kurkreis Wittenberg hervor, die Kurfürst Johann der Beständige 1528 auf Anregung von Martin Luther durchführen ließ. Luther war selbst Mitglied der Visitationskommission, die auch die kirchlichen Verhältnisse in Rahnsdorf überprüfte. Ein wesentliches Ziel der Visitation bestand darin, einen Überblick darüber zu gewinnen, inwieweit die Reformation auch in ländliche Gebiete vorgedrungen war. Erfolg und Misserfolg der Reformation hing zu großen Teilen vom kirchlichen Personal ab. Ihre Bewertung musste daher von besonderem Interesse sein. Der Rahnsdorfer Pfarrer Valentin Schalh wurde deshalb „verhort und zur seelsorg geschickt befunden.“ Im Kirchspiel gab es offenbar auch keine Laster. Zudem nahmen fast alle Mitglieder der Gemeinde am Sakrament teil, außer der namentlich genannte Paul Severin, „der in zehn iarn das sacrament nicht hat empfangen, der doch sunst gern predigt hort und ein from bauer sein soll.“ Die Rhansdorfer hatte „auch kein mangel an dem pfarrer“, sie waren also mit Gottesdienst und Seelsorge zufrieden. Nur mit den Bewohner des Filialdorfes Wergzahna gab es offenbar immer wieder Konflikte, denn sie hatten sich als ungehorsam erwiesen und waren trotz Aufforderung dem Gottesdienst fern geblieben.

Um die Reformation zu festigen, wurde dem Pfarrer aufgetragen, jeweils am Sonntag in Rahnsdorf wie auch in Wergzahan das Evangelium zu predigen und unter der Woche Luthers Katechismus zu lehren. Kranke und Schwache, die nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten, sollte der Pfarrer zu Hause besuchen und „sie mit dem gottlichen wort trosten, in irem leiden sterken, wie er aus christlicher andacht selbst zu thun wirt wissen.“

Literatur

Karl Pallas: Die Registraturen der Kirchenvisitationen im ehemals sächsischen Kurkreise. Zweite Abteilung, erster Teil: Die Ephorien Wittenberg, Kemberg und Zahna [Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, Bd. 41], Halle (Saale) 1906

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten:
 
Die Kirche in Rahnsdorf kann nach Voranmeldung beim Evangelischen Pfarramt in Zahna besichtigt werden. 
 
Kontakt:
 
Evangelisches Pfarramt Zahna
Kirchplatz 3
06895 Zahna-Elster / OT Zahna
Telefon:  034924 / 20478
E-Mail: zahna07P@kircNlYkhenkr5mXJJeiswi0ttenbgp2ABerg.dhfXs1eZ6