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Leetza – Evangelische Kirche

Die Kirche in Leetza ist im 13. Jahrhundert aus Feldsteinen erbaut worden. Sie gliedert sich in einen Saal und einen sich in gleicher Breite daran anschließenden rechteckigen Chor. An der West- und der Südseite sowie am Chor lassen sich noch die ursprünglichen rundbogigen romanischen Zugänge erkennen. Bestimmt wird das Erscheinungsbild der heutigen Kirche von den im 18. Jahrhundert vorgenommenen baulichen Veränderungen, insbesondere dem Turmaufsatz im Westen. Auch der Kanzelaltar im Inneren der Kirche stammt aus dieser Zeit. Er entstand um 1730. Die auf der Altarwand angebrachten sieben spätgotischen Heiligenfiguren datieren hingegen in die Zeit um 1440.

Am Beginn des 16. Jahrhunderts zählte Leetza zu den insgesamt 34 Pfarreien, die während der ersten kurfürstlich angeordneten Kirchenvisitation im Herbst/Winter 1528 begutachtet wurden. Leetza und das ihm zugordnete Zallmsdorf lagen im Amt Wittenberg, welches wiederum zum sogenannten Kurkreis gehörte. Schon 1525 hatte es in den thüringischen Ämtern des ernestinischen Herrschaftsterritoriums vereinzelte Visitationen gegeben. Mit dem Fortschreiten der Reformation drang nun aber vor allem Martin Luther auf eine systematische Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse im Kurfürstentum Sachsen. Luther war auch Mitglied der von Kurfürst Johann dem Beständigen eingesetzten Visitationskommission. Ob Luther in dieser Funktion Leetza persönlich besuchte, ist nicht ganz sicher, denn zumeist wurden die lokalen Pfarrer oder die jeweiligen Kirchenvorstände nach Wittenberg eingeladen und dort befragt.

Das Protokoll der Kirchenvisitation in Leetza zeigt die Schwierigkeiten, die sich bei der Umsetzung der Reformation auf dem Lande ergaben. Nicht selten wurden die örtlichen Pfarrer für den evangelischen Gottesdienst für untauglich befunden. So beurteilte man den Geistlichen in Leetza: „Der itzige pfarrer ist ein alter, ungelerter man, taug ganz nicht zum pfarrer.“ Das war freilich kein Einzelfall, denn Gleiches musste man beispielsweise auch in Liesenitz, dem heutigen Kropstädt, feststellen. In Leetza wurde deshalb ein anderer Pfarrer eingesetzt, „der soll ein suntag umb den anderen das evangelium frühe, desgleichen nach mittag den catechismus predigen.“ Der Name des neuen Pfarrers war Hieronymus Knoblauch. Er wurde für „geschickt genug befunden“.

Tatsächlich hatte sich das Kirchenwesen in Leetza in den nachfolgenden Jahren verbessert. Laut Visitationsprotokoll von 1555 war zu dieser Zeit der 40jährige Lorenz Seber Pfarrer in Leetza. Er war zunächst als Schuster tätig gewesen und hatte dann zwei Jahre lang als Kirchendiener in dem nahe Jessen gelegenen Ort Gorsdorf gewirkt. 1547 wurde er in der Wittenberger Stadtpfarrkirche zum Pfarrer ordiniert und danach nach Leetza berufen. 

 

Literatur

Karl Pallas: Die Registraturen der Kirchenvisitationen im ehemals sächsischen Kurkreise. Zweite Abteilung, erster Teil: Die Ephorien Wittenberg, Kemberg und Zahna [Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, Bd. 41], Halle (Saale) 1906.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten:
 
Die Kirche in Leetza kann nach Voranmeldung beim Evangelischen Pfarramt in Zahna besichtigt werden. 
 
Kontakt:
 
Evangelisches Pfarramt Zahna
Kirchplatz 3
06895 Zahna-Elster / OT Zahna
Telefon: 034924 / 20478
E-Mail: zahHwrjna@TOkirq5xECche9nkrHeisGElwwitaDtensvQqGberDDg.dw5SJeZ9